Wann bekomme ich Trennungsunterhalt ?

Trennungsunterhalt – Ehegatten gehen getrennte Wege

Sobald die Ehegatten voneinander getrennt leben, kann Trennungsunterhalt vom anderen Ehegatten verlangt werden, jedoch nur in einer angemessenen Höhe. Dabei werden jedoch auch die Lebensverhältnisse sowie die Erwerbs- und Vermögensverhältnisse der Ehegatten mitberücksichtigt.

Voraussetzungen für den Erhalt von Trennungsunterhalt

Damit ein Ehegatte Unterhalt erhalten kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu zählt der Bestand einer Ehe sowie das Getrenntleben der Ehegatten. Demnach darf keine häusliche Gemeinschaft zwischen den beiden Ehegatten bestehen und ein Ehegatte darf diese auch nicht wiederherstellen wollen. Laut Familiengericht darf eine solche Trennung innerhalb der gleichen Wohnung erfolgen, wenn die Trennung jedoch in allen Lebensbereichen erfolgt. Und die letzte Voraussetzung besteht in der Leistungsfähigkeit des höher verdienenden Ehegatten, wobei ein Selbstbehalt in Höhe von 1.200 EUR monatlich berücksichtigt wird.

Um Unterhalt zu erhalten, muss dieses vom Ehegatten ausdrücklich verlangt werden. Aus Beweisgründen sollte immer schriftlich zur Zahlung von Trennungsunterhalt aufgefordert werden. Unter Umständen muss sogar ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden.


Es besteht jedoch keine Möglichkeit Unterhalt zu erhalten, wenn beide Ehegatten keine Kinder haben und das erzielte Arbeitseinkommen ungefähr gleich hoch ist. Des weiteren besteht auch kein Anspruch auf Unterhalt, wenn die Ehepartner nur einigen Wochen zusammengelebt haben. Denn in dieser Zeit hat das höhere Einkommen die ehelichen Lebensverhältnisse noch nicht allzu sehr geprägt.

Natürlich enden auch irgendwann die Voraussetzungen für den Anspruch auf Unterhalt. Somit entfällt der Anspruch auf Unterhalt sobald die Scheidung rechtskräftig erfolgte. Oder wenn sich die Ehegatten wieder ernsthaft versöhnen und zusammenziehen möchten. Auch kann der Anspruch bei einer längeren Trennungszeit enden, wenn die Erwerbsobliegenheit geboten ist, der Anspruchsteller dieser aber mutwillig nicht nachkommt.

Die Höhe des Trennungsunterhaltes

Die Höhe des Unterhaltes richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen zum Zeitpunkt der Ehetrennung, wobei das Einkommen eine elementare Rolle spielt. Wobei Gelder, welche für einen anderen Zweck verwendet wurden, wie zum Beispiel um Vermögen aufzubauen, werden nicht berücksichtigt.


Zum Unterhalt gehören folgende Bestandteile: der Elementarunterhalt und gegebenenfalls die Kosten für eine Kranken-und Pflegeversicherung, Kosten für den allgemeinen Mehrbedarf, Kosten für einen trennungsbedingten Mehrbedarf sowie ein sogenannter Vorsorgeunterhalt für die Alterssicherung und der Erwerbsunfähigkeitssicherung.

Die Höhe des Unterhaltes beträgt 45 Prozent des bereinigten Nettoeinkommens aus der Beschäftigung des früheren anderen Ehegatten, wenn der geschiedene Ehegatte selbst nicht erwerbstätig ist. Oder aber auch 45 Prozent aus der Differenz des bereinigten Nettoeinkommens aus der Beschäftigung des früheren anderen Ehegatten zum bereinigten Nettoeinkommen aus der Beschäftigung des Ehegatten, welcher unterhaltsberechtigt wäre, wenn dieser Ehegatte auch erwerbstätig wäre. Und alle weiteren Einkünfte, wie zum Beispiel aus Vermietung, Vermögenserträge oder auch Verpachtung, werden zur Hälfte berücksichtigt.

Auf den Unterhalt kann, anders als beim nachehelichen Unterhalt, nicht verzichtet werden. Somit können in einem Ehevertrag beispielsweise nur Regelungen betroffen werden, welche die Zahlungsweise betreffen oder den Anspruch auf 20 Prozent oder 33,3 Prozent beschränkt.


Die Höhe des Unterhaltes kann jedoch durch die Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Ehegatten eingeschränkt werden. So muss dem Pflichtigen zum Beispiel der Selbstbehalt verbleiben, damit dieser selbst noch sein Leben finanzieren kann. Der Selbstbehalt beläuft sich zur Zeit auf einen Betrag in Höhe von 1200 Euro. Dabei spielt es jedoch keine Rolle, ob der unterhaltspflichtige Ehegatte erwerbstätig ist oder nicht.

Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass zu viel an Trennungsunterhalt gezahlt wurde, kann dieser überzahlte Betrag in den meisten Fällen nicht zurückgefordert werden.


Eine Rückforderung ist nur dann zulässig, wenn etwa die erhaltende Zahlung noch nicht ausgegeben wurde oder wenn es sich um eine unrechtmäßige Bereicherung handelt. Dies liegt vor, wenn der Zahlungsempfänger dem Grund nach gar keinen Anspruch auf den Unterhalt hatte.


Für die Vergangenheit kann nur Unterhalt gefordert werden, wenn der unterhaltspflichtige Ehegatte in Verzug gesetzt wurde. Dies bedeutet, dass er ab einem bestimmten Zeitpunkt zur Unterhaltszahlung aufgefordert wurde. Jedoch gilt dies nur für Unterhalt, welcher länger als ein Jahr in der Vergangenheit liegt.

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