Loslassen lernen nach der Trennung

Nach der Trennung kommt die Einsamkeit

Obwohl Trennungen für beide Partner nicht einfach sind, fällt es der Seite, die verlassen hat, immer leichter mit der Situation umzugehen. Der Verlassene bleibt zurück, hält vielleicht noch an der Beziehung fest und leidet. Für viele bleibt nach einer Trennung nur ein schwarzes Loch zurück, welches mit völliger Einsamkeit und Trauer gefüllt ist. Das Loslassen lernen nach der Trennung ist besonders wichtig, denn es bedeutet nicht nur einen Abschluss zur alten Beziehung zu finden, sondern bedeutet auch die Bereitschaft, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.



Der wichtigste Schritt nach dem Beziehungsende ist zu akzeptieren, dass es vorbei ist. Gefühle wie Trauer, Wut, Hoffnungslosigkeit und eine tiefe Leere sind ganz normal und müssen zugelassen werden. Nur so kann der wichtige Verarbeitungsprozess beginnen. In der Trauer werden nämlich nicht nur die positiven Dinge verarbeitet, die nach der Trennung im Gedächtnis bleiben und den Verlust so schmerzhaft werden lassen, sondern es werden auch die Situationen vom Unterbewusstsein aufgearbeitet, die zur Trennung geführt haben, oder die während der Beziehung störend oder unliebsam waren.



Führt man sich genau diese negativen Faktoren immer wieder bewusst vor Augen, erscheint die Trennung als logischer Folgeschritt und damit als Anfang eines langen Weges, um zu vergessen. Zum loslassen gehört auch vergeben können. Nach der Phase von Traurigkeit bleibt vielen nämlich nur noch die Wut auf den Partner, von welchem man sich im Stich gelassen fühlt. Von dieser Wut sollte man sich unbedingt befreien, denn sie hindert gezielt daran, Dinge zu vergeben und anschließend zu vergessen. Eine Trennung ist endgültig. Wut und Hass sind schlechte Berater wenn es darum geht, positiv in die neue Zukunft zu blicken und einen Neuanfang zu planen.

Platz für neue Erinnerungen

Bilder auf der Fensterbank, das geliebte Schlafshirt des Ex-Partners oder verknüpfte Profile auf den sozialen Netzwerken - nach einer Trennung ist man längst nicht vom Partner getrennt. Zahlreiche Erinnerungen lassen jeden Tag die beendete Beziehung als Hauptrolle in den eigenen Gedanken spielen. Loslassen fängt in diesem Fall damit an, Platz für neue Erinnerungen aus einem neuen Lebensabschnitt zu schaffen. Gemeinsame Verbindungen auf den sozialen Netzwerken sollte man blockieren.



Nichts ist schlimmer, als ständig in Versuchung zu kommen, zu schauen, was der Ex-Partner gerade erlebt. Das tut nicht nur weh, sondern hindert auch daran, selbst wieder glücklich zu sein und aktiv am Leben teilzunehmen. Auch Fotos oder gemeinsam angeschaffte Erinnerungen sollten jetzt aus den eigenen vier Wänden verschwinden. Nichts ist schlimmer, als jeden Tag an Erlebnisse oder Erinnerungen der beendeten Beziehung erinnert zu werden. Solange sich die Vergangenheit in der Wohnung befindet, hat die eigene Zukunft keinen Platz.



Leere Bilderrahmen bieten sich hervorragend dazu an, mit neuen Erlebnissen und Abenteuern gefüllt zu werden. Gemeinsam angeschaffte Möbel oder Dekoration Stücke kann man entweder verschenken, verkaufen oder einem guten Zweck spenden. Dann verblassen die schmerzenden Details der Vergangenheit mit einem guten Karma. Auch an sich selbst kann man eine Menge verändern. Sei es ein neuer Duft, den man ganz für sich alleine entdeckt, oder ein neuer Kleidungsstil, den man schon immer einmal ausprobieren wollte. Jetzt ist Zeit für einen Neuanfang auf jeglicher Ebene. Für Dinge, die man in der Beziehung dem Partner zuliebe lieber gelassen hat, ist jetzt genau die richtige Zeit gekommen.


Wenn aus "Uns" ein "Ich" wird

Loslassen lernen ist ein Stück weit der Weg zu sich selbst zurück. Ist nach der Trennung etwas Zeit verstrichen, löst sich nämlich das taube und beklemmende Gefühl der Einsamkeit langsam auf. Für viele Menschen ist es besonders schwer, aus einem "uns" wieder ein "ich" werden zu lassen. Das hat verschiedene Gründe. Viele Menschen opfern sich in einer Beziehung dem Partner zu Liebe auf. Die Beziehung steht dabei an erster Stelle, während Freunde, Hobbys oder das eigene Leben bewusst zurückgestellt werden.



Nach einer Trennung kämpft man deshalb oft mit Hilflosigkeit und Leere. Der Mittelpunkt des eigenen Lebens ist plötzlich nicht mehr da, alles verliert seinen Sinn. Genau jetzt sollt man sich auf sich selbst und seine Wünsche und Träume berufen. Eine lang erträumte Reise, ein Sommer Festival, am Nachmittag im Kino sitzen - all das funktioniert hervorragend alleine und wirkt dabei auch noch wie ein heilender Balsam für die verletzte Seele. Jetzt ist nur eine Person wichtig: man selbst.



Nach einer Trennung ist oft die Angst vor dem Alleinsein größer als der Trennungsschmerz. Viele Dinge in der Beziehung sind im Laufe der Zeit zu festen Ritualen geworden, die lieb gewonnen wurden. Warum also jetzt nicht neue Rituale erfinden. Nach einer Trennung sollte man genau diese Einsamkeit feiern. Kommen und gehen wann man möchte. Aufräumen, kochen oder bis zum Sonnenaufgang mit einem Glas Wein auf dem Balkon verbringen, all das ist allein ein Genuss. Und tatsächlich heilt die Zeit alle Wunden, denn stellt man sich wieder selbst in den Mittelpunkt, bekommt das Leben gleich eine ganz eigene und besondere Bedeutung. Und aus diesem Lebensgefühl kommt die neue Kraft zum glücklich sein.

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