Was ist im Trennungsjahr zu beachten ?

Trennungsjahr vor der Scheidung

Mit der Eheschließung hat man sich damals das Versprechen gegeben : " In guten wie in schlechten Zeiten ". Eigentlich ist die Ehe auch für die Ewigkeit gedacht und man heiratet im besten Fall nur einmal im Leben. Doch leider ist im Leben nicht immer alles so, wie man es sich wünscht. Und auch in der Ehe kann es mal Probleme geben. Wenn jedoch die schlechten Tage in einer Ehe überwiegen und die Ehe einfach nicht mehr funktioniert, geht es meist in die Brüche und es kommt zur Scheidung. Doch vorher beginnt das Trennungsjahr.

Trennung als neue Chance

Wenn sie allerdings noch eine Chance sehen Ihre Ehe zu retten, dann ist das Trennungsjahr genauso dazu geeignet. Viele Ehepaare sehen erst im Trennungsjahr, wie fest das Band Ihrer Ehe noch ist. Jetzt heißt es das Problem zu suchen, was Schuld an der Situation ist. Nur wenn Sie wissen was das Problem ist, können Sie etwas daran ändern. Und je früher sie es finden und je früher Sie sich Hilfe holen, umso mehr Chancen hat ihre Ehe.

Warum das Trennungsjahr ?

Wenn es dazu gekommen ist, das man beschließt, getrennte Wege zu gehen, möchte man dies alles schnell hinter sich bringen. Doch das Trennungsjahr hat seine Gründe. Man hat damals nicht ohne Grund geheiratet. Im Trennungsjahr sollen beide Ehepartner für sich prüfen, ob es wirklich ein endgültiges Aus ist. Gibt es keine Chance mehr auf eine gemeinsame Zukunft ? Das Trennungsjahr soll gewährleisten, das keiner der beiden Ehepartner diese Entscheidung leichtfertig getroffen hat. Wenn man sicher ist, das es keine Chance mehr gibt und beide entschieden haben die Ehe zu beenden. Ab da beginnt das Trennungsjahr. Nun kann man das Trennungsjahr nutzen, um alles für die bevorstehende Scheidung fertig zu machen.

Aufteilung des Hausrats

Mit der Zeit der Ehe hat man sich einen gemeinsamen Haushalt aufgebaut. Aber auch das muss geklärt werden. Jeglicher Hausrat muss gerecht unter den Ehepartnern aufgeteilt werden. Sämtliche Hausratsgegenstände, aber auch gespartes Vermögen, Immobilien, Konten, Darlehen und Versicherungen. Die meisten Versicherungen laufen ja auf beide Ehepartner, nach einer Trennung sollten sie die Versicherungen entweder kündigen oder so umschreiben das sie nur noch auf einen Ehepartner laufen, wenn dies gewünscht ist. Bedenken Sie da auch die Fristen der einzelnen Versicherungen. Ebenfalls im Trennungsjahr zu klären, ist, wer in der gemeinsamen Wohnung bleibt. Sollte einer in der gemeinsamen Wohnung bleiben wollen, sollte dies mit dem Vermieter besprochen werden und der Mietvertrag dementsprechend geändert werden. Wenn beide aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen wollen, sollten sie sich um die Kündigung kümmern.

Unterhalt für die gemeinsamen Kinder

Sind in der Ehe gemeinsame Kinder entstanden und es kommt zu einer Trennung. Dann sind beide Elternteile zu Unterhalt verpflichtet. Dieser wird geleistet durch das Unterhaltsgeld oder durch Naturalunterhalt. Zum Unterhaltsgeld gibt die Düsseldorfer Tabelle einen guten Überblick. Aber am besten sie wenden sich an das für sie zuständige Jugendamt oder an einen Anwalt aus diesem Fachgebiet, da wird ihnen bei allem geholfen. Das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder behalten beide Elternteile auch nach einer Trennung. Dieser kann nur durch einen Antrag bei Gericht geändert werden. Der oder diejenige, bei dem die Kinder nicht mehr wohnen, hat das Recht und die Pflicht seine Kinder regelmäßig zu sehen. Hierzu wenden sie sich an das zuständige Jugendamt.

Scheidungsantrag, Scheidungskosten

Das Gesetz sieht vor das vor einer Scheidung, das Trennungsjahr vollzogen sein muss. Ist dies geschehen, kann der Scheidungsantrag beim Familiengericht eingereicht werden. Da dies nur ein Anwalt machen kann, empfiehlt es sich einen Anwalt aufzusuchen. Er wird dann mit Ihnen das Scheidungsverfahren durchsprechen und alles nötige beantragen. Nach Ablauf des Trennungsjahres reicht er dann Ihren Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht ein. Somit fallen auch Anwalts und Gerichtskosten an. Die Anwalts und Gerichtskosten richten sich immer nach dem Verfahrenswert. Das sollten sie allerdings alles mit Ihrem Anwalt besprechen. Sollte einer der Parteien nicht in der Lage sein die Kosten aufzubringen, besteht die Möglichkeit auf Prozesskostenbeihilfe. Diese wird beim zuständigem Gericht beantragt. Aber auch Ihr Rechtsanwalt kann den Antrag stellen oder Ihnen dabei behilflich sein.

Ehegattenunterhalt

Beim Ehegattenunterhalt gibt es zwei Varianten. Einmal dem Trennungsunterhalt was im Trennungsjahr gezahlt wird und einmal das Geschiedenenunterhalt, nach der Ehe. Sollten sie allerdings Kinder aus der gemeinsamen Ehe haben, geht der Kindesunterhalt vor. Das lassen sie allerdings am besten von Ihrem Anwalt berechnen.

Härtefallscheidung

Im Normalfall ist es so das die Ehepartner vor einer Scheidung das Trennungsjahr vollziehen müssen. Allerdings gibt es ausnahmen in denen eine Ehe auch vor Ablauf des Trennungsjahres geschieden werden kann. Nämlich dann, wenn ein Härtefall eintritt. Ein Härtefall ist es z. B dann, wenn es für einen der beiden Ehepartner eine unzumutbare Belastung ist. Außerdem sind körperliche oder psychische Gewalt, Alkoholsucht und Untreue mögliche Gründe für eine Härtefallscheidung. Aber dies sollte von Fall zu Fall abzuklären sein, ob es eine Härtefallscheidung ist.

Namensänderung

Nach der Scheidung kommt es vor das man auch den alten Namen wieder annehmen möchte. Nach einer rechtskräftigen Scheidung hat man die Möglichkeit seinen Geburtsnamen wieder zu nehmen oder den Nachnamen den man bis vor der Ehe getragen hat. Zuständig für Ihre Namensänderung ist das zuständige Standesamt. Anders sieht es da bei den Kindern aus. Da ist eine Namensänderung nicht so einfach. Nach einer Scheidung oder Ihrer Namensänderung bleibt der Nachname bei den Kindern unberührt. Wenn allerdings das Elternteil, bei dem die Kinder leben irgendwann erneut heiratet und den Nachnamen des neuen Ehegatten trägt, gibt es wieder andere Möglichkeiten der Namensänderung. Der leibliche Vater der Kinder wird dann gebeten in die sogenannte Einbenennung der Kinder einzuwilligen, damit sie den neuen Nachnamen annehmen können. Weitere Informationen holen Sie sich am besten bei Ihrem zuständigen Standesamt oder fragen Ihren Anwalt um Rat.

Das Leben danach

Man hat sich damals geschworen: " In guten wie in schlechten Zeiten" und vielleicht hat man noch Kinder aus der gemeinsamen Ehe. All dies geht nicht spurlos an einem vorbei. So eine Trennung und die anschließende Scheidung hat meist körperliche und psychische Folgen. Alles was man bislang gemeinsam gemacht hat, muss man nun alleine bewältigen. Meistens ergeben sich leider aus einer Scheidung auch noch Streitigkeiten um den Unterhalt, die Kinder, das Vermögen etc. Das zerrt natürlich an den Nerven und eine Trennung oder Scheidung hinterlässt leider auch seelische Wunden und Narben. Unterstützend und hilfreich ist es dann, wenn man die Familie hinter sich hat, Freunde hat und vielleicht auch einen guten Ratgeber. Aber wenn dies alles nicht hilft, scheuen Sie bitte nicht davor sich professionelle Hilfe zu holen.

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